Dammkarwurm: Fasser und Gruber siegen zum Auftakt des DAV Skitourencups 2011 (DE)

Dammkarwurm: Fasser und Gruber siegen zum Auftakt des DAV Skitourencups 2011

Gerade noch ausreichend Schnee für ein Vertical Race gab es für die Starter beim Dammkarwurm in Mittenwald am vergangenen Wochenende: Nachdem der Schnee der letzten Wochen kontinuierlich weniger und weniger geworden war, warteten fast schon frühlingshafte Bedingungen auf die Teilnehmer im Dammkar. Zuvor hatte das OK-Team um Streckenchef Marinus Zwerger mit Bangen bei Regen und warmen Winden versucht, den Schnee an den neuralgischen Stellen zu halten und hatte noch ordentlich nachgeschaufelt. Noch am Rennmorgen wurde schließlich nachgebessert, so dass am Ende bis auf den ersten Kilometer auf Laufschuhen und eine kurze Tragepassage nach dem Bankerl die komplette Strecke mit Skiern begehbar war. Gottseidank war auch der angekündigte nächtliche Frost in der Nacht vor dem Rennen ausgeblieben – die Spur war auch so schon eisig genug, viele der Starter waren froh um ihre Harscheisen.

Knapp 80 Starter hatten sich am Wettkampftag an der Talstation der Karwendelbahn eingefunden – viele Aspiranten hatte wohl der Regen am Morgen oder die generelle schlechte Schneelage noch abgeschreckt. Nach dem schnellen Start auf Turnschuhen ging es zuerst einen Kilometer auf Asphalt in Richtung Bankerl bevor schon die Skier angeschnallt werden konnten. Bei den Herren setzten sich sofort die Favoriten an die Spitze des Feldes: Allen voran das Duo Alexander Fasser, seines Zeichens österreichischer Meister im Skibergsteigen, und Toni Steurer (SC Thalkirchdorf), der nach einem Jahr Wettkampfpause nun wieder ins Renngeschehen eingestiegen ist. Den beiden dicht auf den Fersen folgte der Garmischer Lokalmatador Andi Strobel (DAV Selb). Nach der kurzen Tragepassage oberhalb des Bankerls ging es für die Läufer in das steile „Kanonenrohr“, dass mangels Schnee diesmal in Falllinie gegangen werden musste. Hier waren dann vor allem die froh, die Harscheisen angelegt hatten, denn die Spur war doch extrem glatt – gerade für die dünnen Rennfelle. Nur einer ließ sich dadurch scheinbar nicht beeindrucken: Alexander Fasser zog kontinuierlich davon, vor allem, als Toni Steurer mit seinen Fellen Probleme bekam, neue aufziehen musste und kurzzeitig auch noch einen Ski verlor. So konnte auch Andi Strobel wieder an Steurer heran laufen, musste den Allgäuer dann aber in der finalen Tragepassage durch den Tunnel zur Bergstation ziehen lassen. Am Ende siegte Alexander Fasser in der Spitzenzeit von 1:09:59 zweieinhalb Minuten vor Steurer, der wiederum mit einer halben Minute Vorsprung auf Andreas Strobel ins Ziel kam. Rang vier ging in 1:16:14 an Jörg Woitek (PSV Zittau) vor dem österreichischen Berglaufspezialist Richard Oberndorfer (Team Naturfreunde; 1:16:59). Die Siegerzeit war angesichts der Verhältnisse auf der Strecke umso beachtlicher – weniger als 1:10h für mehr als 1300 Höhenmeter auf 7km Strecke sprechen für die Spitzenleistung von Alexander Fasser.

Bei den Damen grüßte einmal mehr das skibergsteigerische Murmeltier: Wo sie antritt, gewinnt sie – und das nun schon seit etlichen Jahren in Folge: Barbara Gruber (Team Alpenstoff) lief auch in diesem Jahr im Dammkar einem ungefährdeten Sieg entgegen – si e hatte am Ende mit 1:24:36 mehr als 12 Minuten Vorsprung auf die Zweitplatzierte Anna Mühlhuber (Miesbach). Einen starken dritten Platz erlief sich Routinier Christine Schleich (Peiting), die für die 1300 Höhenmeter 1:40:27 benötigte. Hinter ihr lieferte sich Bärbel Schuster (Weiler) einen knappen Kampf um Rang vier mit Beatrice Soyter (ASTV Gebirge), der um vier Zehntel zugunsten von Schuster ausging.

Auf der kurzen Strecke, auf der immerhin noch 1000 Höhenmeter zu bewältigen waren, siegte in 53:39 min souverän Junior Philipp Reiter (Bad Reichenhall), der damit nach seinem zweiten Platz beim Jugendweltcup am Wochenende zuvor erneut seine Topform unter Beweis stellte. In Abwesenheit seines Teamkollegen Toni Palzer, der am Tag zuvor die kurze Distanz der Mountain Attack (A) gewonnen hatte, war der Sieg im Dammkar quasi Pflichtprogramm für Reiter. Auf dem zweiten Platz folgte sein österreichischer Namensvetter Philipp Brugger in 57:57min – auch er steht ansonsten an den Startlinien der Jugendweltcups. Ein weiterer Junior aus Deutschland folgte auf Rang drei: Johannes Schmieger (Immenstadt) benötigte genau eine Stunde für die Strecke. Bei den Damen auf der Kurzstrecke konnte Hermine-Bögl Schrag (Equipe Velo) mit 1:35:16 den Sieg einfahren, Uschi Pretsch (Otterfing) folgte in 1:40:25 vor Sabine Wörnle (Mittenwald) in 1:49:09. In der jüngsten Altersklasse Cadets holte sich ein Local den Sieg: Christian Wild aus Mittenwald hatte auf der harten Strecke den längsten Atem – 1:13:13 seine Zeit. Die jüngste Teilnehmerin brauchte knapp zwei Stunden für die Strecke: Tessa Wötzel (Lindenberg) sicherte sich damit konkurrenzlos den Sieg bei den Cadets weiblich.

Aber egal welche Zeit am Ende heraussprang: Bei strahlendem Sonnenschein im Ziel an der Bergstation der Karwendelbahn waren sich alle einig, dass sich die Strapazen gelohnt haben – angesichts der Verhältnisse war es sowieso noch glücklich, dass das Rennen überhaupt durchgeführt werden konnte. Auch das Kamerateam des BR, das ein Special über das Dammkar drehte (Sendetermin in „Bergauf Bergab“ wahrscheinlich 3. oder 17. Februar), freute sich über spektakuläre Bilder bei bestem Wetter. Maßgeblichen Anteil am Gelingen hatten wieder einmal die Helfer der DAV Sektion Mittenwald um Rennleiter Marinus Zwerger, die vor und während des Rennens für einen reibungslosen Ablauf sorgten.

Schlag auf Schlag geht es nun weiter mit dem DAV Skitourencup: Bereits am kommenden Wochenende steht mit dem „Champ or Cramp“ in Spittal (AUT) die zweite Station des Skitourencups auf dem Terminkalender. Hier werden dann auch die deutschen und österreichischen Meister im Vertical Race ermittelt. Am letzten Januarwochenende wartet schließlich mit der DM Single am Hochgrat das dritte Cuprennen auf die Wettkampf-Skibergsteiger. Bis dahin sollte allerdings noch einmal der Winter ein Gastspiel abhalten, denn auch das Allgäu leidet mittlerweile unter akutem Schneemangel.

Komplette Ergebnisse unter www.jennerstier.de

Weiterer Bericht und große Fotogalerie beim DAV Medienpartner www.skiinfo.de

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